Geschichtlicher Abriss

 

Auf der Suche nach einer passenden Orgel für Önsbach, hatte die Regierung im Jahre 1807 die Chororgel der ehemaligen Abtei St. Peter (im Schwarzwald) vorgeschlagen. Diese schien nach der Säkularisation nicht mehr benötigt zu werden. In St. Peter sträubte man sich allerdings heftigst gegen den Abbau, besonders weil dadurch das Chorgestühl "zerstört" würde - denn die Orgel war in selbiges eingelassen. Nach langem Hin und Her fuhren die Önsbacher einfach nach St. Peter los, um "ihre" Orgel dort abzuholen. Die Stunde war günstig: der dortige Pfarrer Placidus Schick -ehedem Mönch in St. Peter- war am Ankunftstag der Önsbacher abwesend. Als er zurückkehrte, war der Abbau zwar schon im Gange, es gelang ihm aber dennoch, das Orgelgehäuse in St. Peter zu behalten, was die Regierung in Karlsruhe im Januar 1809 auch amtlich besiegelte. Alles in allem kam den Önsbachern die "geschenkte" Orgel jedoch teuer zu stehen, mussten sie außer der Neuanfertigung des Gehäuses auch für die Reparaturen am Chorgestühl in St. Peter aufkommen und "ihre" Orgel nun erst spielfertig machen lassen.

Trotz Reparaturen war die Orgel 1847 recht unbrauchbar geworden. Deswegen sollte Orgelbauer Karl Mahle (Villingen) weitere Arbeiten am Werk durchführen (u. a. die Erneuerung einiger Register).

Jedoch wurde das Instrument immer schlechter, so dass die Gemeinde am 26.5.1861 einen Vertrag mit Orgelbauer Jakob Forrell (Freiburg) über eine neue Orgel schloss. Die Begeisterung für dieses Projekt war in der Gemeinde allerdings nicht sehr groß; das Bezirksamt drängte aber auf einen Neubau, und erteilte schließlich am 19.10. die Genehmigung dafür. Bis zur Aufstellung im Juli und August 1867 vergingen zwar einige Jahre, dafür hatten die Önsbacher aber "eine gute Orgel" mit 10 Manual- und 3 Pedalregistern erhalten.

Die im Krieg abgegebenen Prospektpfeifen wurden 1928 ersetzt. In diesem Zug sollte Firma Carl Hess (Durlach) ein weiteres Register (Vox Coelestis 8') und einen Windmotor einbauen und das ganze Werk überholen.

Bereits Anfang 1937 holte man jedoch Kostenvoranschläge für einen Orgelneubau ein. Man entschied sich (unter Übernahme einiger Pfeifen aus der alten Orgel) für eine zweimanualige Disposition mit 19 Registern der Firma Dold (Freiburg). Kriegsbedingt konnte für die neuen Pfeifen allerdings nur 35% Zinn verwendet werden. Zudem gab es Schwierigkeiten bei der Zulieferung von Einzelteilen. So wurde die Orgel erst zum August 1938 ganz fertig, geweiht wurde das Instrument am 19.3.1939.

Jedoch war die Orgel sehr störanfällig, und konnte wegen schwer zugänglicher Bauteile schlecht repariert werden. Firma Winterhalter (Oberharmersbach) sollte das Werk 1956 wieder spielbar machen, soweit möglich. In den folgenden Jahren wurde mehrfach repariert, was allerdings alles wenig nützte. Winterhalter erneuerte das Werk 1968, und baute vier neue Register ein. Auch dieser Eingriff machte die Orgel nicht besser, und man musste über einen Neubau nachdenken.

1976, im Zuge des dritten Abschnitts der Kirchenerneuerung, wurde beschlossen, eine neue Orgel anzuschaffen. Nach dem Gutachten sollten für den Neubau nur das Gehäuse und die wenigen alten Pfeifen von Forrell (Superoctave 2', sowie bis auf einige neue Pfeifen Rohrflöte 4' und Sesquialter) Wiederverwendung finden. Im Mai 1977 wurde der Auftrag an die Firma Fischer und Krämer (Endingen) vergeben; das Gehäuse wurde den Altären entsprechend marmoriert. Am 25. November 1979 konnte die neue -nunmehr vierte- Orgel in der renovierten Kirche eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden.

 

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